Drei Lebensfragen
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Projektbeschreibung „Drei Lebensfragen“
Was passiert, wenn man ein Werbeideal der 1950er-Jahre spiegelt?
Der Kurzfilm „Drei Lebensfragen“ der MINT-MS Clemens Holzmeister greift den Werbeklassiker „Die zwei Lebensfragen einer Frau“ von Dr. Oetker auf – und dreht ihn radikal um. Aus den „zwei Lebensfragen“ werden drei. Aus der Frau wird ein Mann. Aus scheinbar harmloser Werbung wird entlarvende Satire.
Der Mann übernimmt jene Rollen, die im historischen Original selbstverständlich der Frau zugeschrieben werden. Die detailgenaue Nachahmung von Sprache, Dramaturgie und Bildsprache verstärkt dabei den Effekt: Erst die Spiegelung macht die Absurdität sichtbar.
Der Film arbeitet mit einem einfachen, aber wirkungsvollen Prinzip – Perspektivwechsel als Erkenntnismoment. Was einst als „normal“ galt, wirkt plötzlich befremdlich, überzogen und komisch. Genau darin liegt die Stärke der Persiflage.
Die Schlusspointe („Schatz, ich bin so glücklich, dass du für mich sorgst!“) trifft präzise: Sie imitiert nicht nur, sie entlarvt.
Entstanden ist ein Kurzfilm, der ohne moralischen Zeigefinger auskommt und gerade deshalb wirkt. Humor wird hier zum Werkzeug der Kritik – klar, zugänglich und nachhaltig.
Realisiert wurde das Projekt von Saskia Pasztorova, Daniel Stamenic und Emma Oelz unter der Leitung von Markus Klauser. Es verbindet historische Medienanalyse mit kreativer Eigenproduktion und zeigt exemplarisch, wie Medienbildung Reflexion, Gestaltung und gesellschaftliche Relevanz vereint.