pARTicipation!
Kulturelle Bildung.Medien.Demokratie
Mit dem Schuljahr 2026/27 startet der neue Themenschwerpunkt „pARTicipation!“. Der OeAD lädt Lehrer:innen, Schüler:innen, Künstler:innen und Kulturvermittler:innen ein, sich mit Medien und Demokratie sowie ihren Wechselwirkungen auseinanderzusetzen.
In künstlerisch-kreativen Workshops und Projekten beschäftigen sich Schüler:innen mit gesellschaftlichen Entwicklungen, reflektieren ihren Umgang mit Medien und erproben Möglichkeiten demokratischer Teilhabe. Solche Erfahrungen stärken ihre Selbstwirksamkeit, ihre Medienkompetenz und ihre Fähigkeit, eine vielfältige Gesellschaft aktiv mitzugestalten.
Medien gestalten und Demokratie stärken mit Kultureller Bildung
Zwischen Mediennutzung, politischem Bewusstsein und gesellschaftlicher Teilhabe besteht eine komplexe Beziehung. In den neuen Schulfächern „Medien und Demokratie“ und „Informatik und KI“ in der Sekundarstufe II ab 2027/28 lernen Schüler:innen, ihre eigene Rolle dabei zu analysieren und auszubauen.
Projekte kultureller Bildung ergänzen und bereichern den Erwerb (digitaler) Medienkompetenz in allen Schulstufen. Die Zusammenarbeit mit Kulturschaffenden knüpft an die Kompetenzbereiche der Digitalen Grundbildung (Orientierung, Information, Kommunikation, Produktion und Handeln) an und unterstützt die Schüler:innen bei der kreativen Gestaltung, Bewertung und Reflexion.
Programme und Initiativen
In folgenden Programmen und Initiativen können Projekte zum Schwerpunkt realisiert werden:
Das Beratungsteam des OeAD berät Sie gerne und bespricht mit Ihnen Ihre Konzeptideen in allen Kunstsparten.
Anregungen zur Gestaltung von Workshops und Projekten
Es gibt viele Möglichkeiten der künstlerisch-kreativen Umsetzung des Themenschwerpunkts im Unterricht:
Wie Schüler:innen individuell ermutigt und kollektiv gestärkt mit den drängenden Themen unserer Zeit umgehen, zeigt eine kuratierte Auswahl von Best Practice aus den OeAD-Programmen:
Medien reflektieren mit Kulturvermittlungsprojekten
Nicht ohne uns
Schüler:innen beschäftigten sich mit Fake News, Desinformation und medialer Repräsentation und gestalteten dazu eine eigene Radiosendung. Mit kreativen Beiträgen, einem selbst geschriebenen Fake-News-Rap und einem Experteninterview gingen sie der Frage nach, wie Desinformation entsteht und erkannt werden kann. Dabei lernten sie, Informationen kritisch zu hinterfragen und eigene Perspektiven medial zu vermitteln.
#Theatermärchen des BRG Wörgl
Im Theaterprojekt adaptierten Schüler:innen zwei bekannte Märchen für die digitale Lebenswelt Jugendlicher. In „Schneewittchen und die 7 Influencer“ und „Die Schöne und der Nerd“ setzten sie sich humorvoll mit Social Media, digitaler Abhängigkeit, Freundschaft und Gemeinschaft auseinander. Dabei wurde die Bühne zum Ort für eine kreative und kritische Auseinandersetzung mit digitalen Medien.
NPC: Wir spielen die Nicht-Spielbaren
Schüler:innen entwickelten ausgehend von Figuren und Bewegungsmustern digitaler Spiele ein eigenes Tanzstück. Dabei übersetzten sie die Bewegungen von „Non-Playable Characters“ in Körpersprache und setzten sich mit den Wechselwirkungen zwischen realer und digitaler Welt auseinander. Die choreografische Arbeit eröffnete zugleich eine Auseinandersetzung mit den Mechanismen und Ideologien digitaler Spiele und einem zeitgemäßen demokratischen Selbstverständnis.
Lyrics und Songs am Puls der Zeit
Wie verändert Künstliche Intelligenz unsere kreative Ausdrucksfähigkeit? Dieser Frage gingen Schüler:innen mit selbst produzierten Songs und Radiobeiträgen zu Themen wie Social Media, Hass im Netz, Politik und Selbstbild nach. Die Auseinandersetzung mit KI-generierter Musik verband kreatives Arbeiten mit Fragen zu Demokratie, digitaler Verantwortung und menschlicher Kreativität.
Junge Stimmen
In eigenen Kurzvideos nahmen Schüler:innen die Rolle Sozialer Medien für das demokratische Zusammenleben kritisch unter die Lupe. In dokumentarischen und fiktionalen Beiträgen beschäftigten sie sich mit Zensur, Fake News, Künstlicher Intelligenz, Radikalisierung und Cybermobbing. Dabei reflektierten sie, wie digitale Medien Meinungsbildung und demokratische Prozesse beeinflussen.
Es funkt! 100 Jahre Radio
Anlässlich 100 Jahre Radio gingen Jugendliche der Frage nach, welche Rolle Medien für Politik, Gesellschaft und Demokratie spielen, und gestalteten dazu eigene Podcasts. Ausgehend von der Ausstellung „Es funkt! Österreich zwischen Propaganda und Protest“ beschäftigten sie sich mit der politischen Wirkung des Radios und seiner Entwicklung als Massenmedium. Dabei reflektierten sie die Funktionen von Medien in einer Demokratie und die eigene Verantwortung bei deren Nutzung.
Demokratie erkunden mit kulturellen Medienprojekten
PRO:TEST sounds – Positive Wutkraft entdecken
Wut, Mut und Protest bildeten den Ausgangspunkt für eigene Podcasts, die Schüler:innen mit Interviews, Klangaufnahmen und Musik gestalteten. Mit Stimme, Field Recordings und recycelten Materialien brachten sie persönliche und gesellschaftliche Anliegen zum Ausdruck. Die selbstständige Medienproduktion eröffnete Raum für Selbstermächtigung, Solidarität und die kritische Auseinandersetzung mit Rollenbildern.
Don’t Mess with my Rights! – Finger weg von meinen Rechten!
Lehrlinge setzten sich mit der UN-Kinderrechtskonvention und der Bedeutung von Kinderrechten in ihrem eigenen Alltag auseinander und entwickelten dazu drei Kurzfilme. In einer Mockumentary und zwei unterschiedlichen Animationsformen thematisierten sie unter anderem Diskriminierung, Schutz vor Entführung sowie das Recht auf Spiel und Freizeit. Die gemeinsame Filmproduktion verband die kritische Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Rechten und deren Verletzung mit kreativer Medienarbeit und demokratischer Praxis.
Barbie END Ken
Schüler:innen entwickelten ausgehend vom Film „Barbie“ ein eigenes Theaterstück zu Feminismus, Rollenklischees und Emanzipation. Sie verbanden Szenen aus dem Film mit selbst geschriebenen biografischen Texten, Tanz und Gesang und brachten dabei eigene Standpunkte ein. Die gemeinsame künstlerische Auseinandersetzung mit Geschlechterrollen und gesellschaftlichen Machtverhältnissen eröffnete Raum für unterschiedliche Perspektiven und Fragen nach Gleichberechtigung und Selbstbestimmung.
Spuren einer Vordenkerin: Johanna Dohnal in Augmented Reality
Johanna Dohnals Einsatz für Gleichberechtigung und Gendergerechtigkeit wurde zum Ausgangspunkt für eigene Augmented-Reality-Szenen. Mit Bildern, Texten, Fotos und Audioaufnahmen gestalteten Schüler:innen digitale Beiträge, die ortsbasiert im öffentlichen Raum sichtbar und erlebbar werden. Dabei verbanden sie gesellschaftliche und demokratische Fragestellungen mit neuen Formen digitaler und künstlerischer Teilhabe.
Erinnerung vErarbeiten
Mit der digitalen Plattform DERLA und der App Actionbound erkundeten Schüler:innen historische und aktuelle Erinnerungsorte und beschäftigten sich mit Holocaust und Erinnerungskultur. Aus selbst gewählten Orten gestalteten sie ein symbolisches Netz der Erinnerung und setzten sich mit unterschiedlichen Formen des Erinnerns auseinander. Die Verbindung von digitaler Medienarbeit, zeitgenössischer Kunst und politischer Bildung regte dazu an, historische Ereignisse im Kontext aktueller gesellschaftlicher Entwicklungen kritisch zu reflektieren.
VorOrtRäume
Auf den Spuren des „Traums vom Eigenheim“ erkundeten Schüler:innen unterschiedliche Wohnformen und deren soziale und ökologische Auswirkungen und entwickelten daraus eigene Videogeschichten. In fiktiven Rollen beschäftigten sie sich mit unterschiedlichen Wohnbedürfnissen und Fragen rund um Zersiedelung, Bodenversiegelung und das Zusammenleben im öffentlichen Raum. Die Verbindung von Architekturvermittlung und digitalem Storytelling förderte einen kritischen Blick auf Wohn- und Lebensräume sowie die mediale Vermittlung eigener Perspektiven.
Space is the Place
Wie nehmen Jugendliche die Räume wahr, in denen sie lernen und ihren Alltag verbringen? Schüler:innen erkundeten unterschiedliche Vorstellungen von Raum und verarbeiteten ihre Beobachtungen und Ideen in Collagen und Hörspielen. Die künstlerische Auseinandersetzung mit Architektur und Raum eröffnete ihnen die Möglichkeit, eigene Bedürfnisse und Perspektiven sichtbar und hörbar zu machen und über die Mitgestaltung ihrer Lebensräume nachzudenken.
Demokratie erleben und visualisieren
Wie lässt sich Demokratie mit dem Smartphone sichtbar machen? In Fotografien und Kurzfilmen brachten Schüler:innen ihre Perspektiven auf demokratische Prozesse und eigene Alltagserfahrungen zum Ausdruck. Von der Entwicklung einer Story über Kamera, Ton und Schauspiel bis zur Postproduktion gestalteten sie den gesamten Entstehungsprozess selbst mit und erprobten dabei einen kritischen und reflektierten Umgang mit Medien.