Fühlen & Formen – Mensch und KI im künstlerischen Dialog
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KI kann Gefühle abbilden. Aber kann sie sie kennen? Dieser Frage ging eine Volksschul-Mehrstufenklasse(Grundstufe I/II) künstlerisch auf den Grund.
Im ersten Teil wählten die Kinder geheim je ein Gefühl (Wut, Angst, Freude, Trauer) und brachten es mit Wasserfarben auf quadratisches A3-Papier. Die nummerierten Bilder wurden ausgestellt und die Mitschüler:innen versuchten die Gefühle zu erraten und notierten ihre Einschätzungen. Die Mehrheit erkannte richtig – menschlicher Ausdruck ist lesbar. ChatGPT erhielt dieselben Aufträge. Der Vergleich war aufschlussreich: Die Kinder wählten persönliche Symbole aus ihrem Leben, KI griff auf Klischees zurück – schreiende Gesichter, einsame Figuren im Regen, Schattenmonster.
Im zweiten Teil entstand eine gemeinsame Leinwand (ca. 1,5 × 1,5 m) aus 25 A3-Quadraten. Jedes Kind zeichnete mit schwarzem Edding jene eine Sache, die ihm Freude bereitet – ohne Rücksicht auf Grenzen. ChatGPT bekam dieselben Begriffe und zeichnete getrennte, saubere Symbole. Die Kinder verbanden alles miteinander. Anschließend bemalte jedes Kind zufällig ein fremdes Quadrat mit Fingerfarbe. Das Zusammensetzen geschah im gemeinsamen Kreis – jede Idee war willkommen. Das Gesamtwerk wurde dem KI-Ergebnis gegenübergestellt.
Die Kinder brachten es selbst auf den Punkt: Ihr Werk sei bunter, kreativer, alles verschieden – nichts einfach nebeneinander wie bei der KI. Sie hatten begriffen, was menschliche Kreativität ausmacht: Verbindung, Vielfalt, das Einbringen des eigenen Lebens.