Die KI als Cadavre Exquis – wer erzählt hier überhaupt? Ein Videoprojekt zu algorithmischem Storytelling am Beispiel von Romeo und Julia
- Kunstsparte(n):
- Film+Video
- Arbeitssprache(n):
- Deutsch
- Themen:
- Einsatz Digitaler Medien, Gendersensibilität
- Altersstufen:
- 10-14 Jahre, ab 14 Jahre
Beschreibung
Dieses Projekt macht die Funktionsweise generativer KI im Storytelling praktisch erfahrbar – ohne digitale KI einzusetzen. Grundlage ist die Methode des Cadavre Exquis: Mehrere Personen entwickeln eine Geschichte oder ein Bild weiter, ohne den gesamten Kontext zu kennen. Bedeutung entsteht durch fragmentarische Informationen und Anschlusslogik.
So arbeiten auch KI-Systeme: Sie „verstehen“ Geschichten nicht als Ganzes, sondern generieren Fortsetzungen auf Basis begrenzter Kontexte und statistischer Wahrscheinlichkeiten. Das Projekt simuliert diese Logik analog und funktioniert vollständig offline.
Die Schüler*innen übernehmen die Rolle einer KI: In drei Filmteams produzieren sie eine zusammenhängende Videogeschichte in neun Episoden nach Shakespeares Romeo und Julia. Jedes Team dreht drei Episoden, kennt jedoch nur die jeweils vorherige. Grundlage sind eine Episodenkarte und eine Übergabekarte mit Logline, Setting, letzter Einstellung, Requisiten und Tonalität.
Die Handlung wird konsequent in die Lebenswelt der Schüler*innen übersetzt. So entsteht eine fortlaufende, aber zunehmend „driftende“ Erzählung – ein zentrales Merkmal KI-basierter Generierung, das gezielt sichtbar gemacht wird.
Eine Beobachter*in dokumentiert den Prozess und macht Entscheidungswege nachvollziehbar. In der abschließenden Reflexion wird deutlich, wie KI funktioniert: plausibel, aber ohne echtes Verstehen. Das Ergebnis ist ein gemeinsames Video – kohärent und zugleich widersprüchlich.
Kontakt
4040 Linz
Oberösterreich
zuletzt aktualisiert am 02.04.2026 16:04:11